FAQ „Kooperierende Ärzte“

Das Projekt PAIN2020 ist eine Initiative der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. in Kooperation mit der BARMER. Das Projekt wird durch einen öffentlichen Geldgeber (Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses) gefördert. Die Zielstellung von PAIN2020 liegt in der Einführung einer neuen Versorgungsleistung, dem interdisziplinären multimodalen Assessment (IMA), welches im Vergleich mit der Schmerztherapeutischen Regelversorgung (SRV) und der allgemeinen Versorgung evaluiert wird. Insgesamt sollen 6.000 Patienten mit Schmerzen und Risikofaktoren einer Schmerzchronifizierung einbezogen werden.

Konsortialführer ist die Deutsche Schmerzgesellschaft. Konsortialpartner sind:

  • die BARMER, die den durchführenden Zentren einen Selektivvertrag zur Abrechnung der neuen Versorgungsleistungen anbietet,
  • das unabhängige Evaluationsinstitut der Abteilung für Community Medicine in Greifswald,
  • drei inhaltlich beitragende schmerzmedizinische Zentren in Dresden, Göttingen und Mainz
  • die KKH, als weitere teilnehmende Krankenkasse

Die Zielgruppe von Patienten kann auf unterschiedlichen Wegen in das PAIN2020-Zentrum gelangen; diese Zugangswege werden im Folgenden beschrieben:

1.) BARMER-Versicherte

Die BARMER nimmt mit einem Schreiben Kontakt zu ihren potentiell geeigneten Patienten auf und ermutigt diese zu einem Telefonat mit einem sogenannten Teledoktor (ein spezifisch geschulter telefonischer Beratungsdienst der BARMER). Der Teledoktor führt ein kurzes Screening-Interview und informiert die Patienten über PAIN2020. Sind die Patienten allgemein geeignet und an einer Studienteilnahme interessiert, versucht der Teledoktor den Patienten telefonisch direkt an ein PAIN2020-Zentrum durchzustellen. Falls keine direkte telefonische Vermittlung möglich ist, erhält der Patient die Kontaktdaten des Zentrums und sofern der Patient zustimmt, das Zentrum die Kontaktdaten des Patienten. Dann kann telefonisch ein Termin für einen Info-Termin vereinbart werden, bei dem ein Arzt die Ein- und Ausschlusskriterien dann genauer prüft und über einen Studieneinschluss entscheidet. Zur Vorbereitung des Info-Termins sollten Sie als regionales PAIN2020-Zentrum dem Patienten vorab den Deutschen Schmerzfragebogen (DSF inkl. PCS, B11 & B13) zuschicken.

2.) Anmeldung über einen kooperierenden Arzt

Ein kooperierender Arzt prüft bei seinen Patienten (aller teilnehmenden Krankenkassen – BARMER und andere) die Ein- und Ausschlusskriterien anhand des Aufnahmebogens für kooperierende Ärzte (A6) und des Patientenfragebogens FB-S (A5). Geeignete Patienten verweist der zuweisende Arzt an „sein“ regionales PAIN2020-Zentrum, indem er den Patienten einen Patientenflyer mit Informationen über PAIN2020 und den Kontaktdaten der Einrichtung aushändigt (A4). Die Patienten melden sich daraufhin in der Einrichtung. Dann sollte im PAIN2020-Zentrum ein zeitnaher Info-Termin vereinbart werden. Der vom Patienten ausgefüllte FB-S (A5), der vom Arzt ausgefüllte Aufnahmebogen kooperierende Ärzte (A6), ggf. das Anmeldeformular (A7) werden an das PAIN2020-Zentrum per Fax, Email, Post (einrichtungsintern zu klären) übermittelt.

3.) Andere am Selektivvertrag teilnehmende Krankenkassen (die KKH – Stand 01.05.2020) – Meldung im PAIN2020-Zentrum bzw. über einen kooperierenden Arzt

Inzwischen können auch Patienten, die nicht bei der BARMER versichert sind, an PAIN2020 teilnehmen. Die Patienteninformation (B9) und die Einwilligung (B10) für die KKH sind für Sie als „Dokumentationspäckchen“ für den Info-Termin hinterlegt. Die KKH informiert interessierte Patienten über PAIN2020.

DEMNÄCHST: Sie als Zentrum können Versicherte anderer KK selbst über die mögliche Teilnahme am Projekt PAIN2020 informieren und Ihr Netzwerk mit kooperierenden Ärzten darüber informieren, welche Patienten an dem Projekt teilnehmen können.

4.) Direkte Meldung im Zentrum

Patienten können sich auch direkt/selbst im PAIN2020-Zentrum melden. Bei (telefonischer oder persönlicher) Kontaktaufnahme des Patienten im Zentrum, werden die Ein- und Ausschlusskriterien (z.B. Erreichbarkeit des PAIN2020-Zentrums) geprüft. Bei Eignung von PAIN2020 für diesen Patienten kann der Info-Termin terminiert und durchgeführt werden. In diesem Fall sollte der Deutsche Schmerzfragebogen (DSF inkl. PCS, B11 & B13) persönlich ausgeteilt bzw. bei telefonischem Kontakt zugeschickt werden.

 

Grundsätzlich müssen die Patienten in die Zielgruppe des Projekts gehören und die entsprechenden Einschlusskriterien erfüllen. Ist dies der Fall, wird das Vorliegen von Ausschlusskriterien für PAIN2020 geprüft. Dazu zählen unter anderem das Vorliegen einer manifesten chronischen Schmerzerkrankung, schwere oder aktive psychiatrische Störungen oder andere, akut schwerwiegende Erkrankungen, die z.B. eine aktivierende Behandlung verhindern. Die Ausschluss- (und die Einschluss-)kriterien können vorweg durch Sie als kooperierende/n Ärztin/Arzt mit dem „Aufnahmebogen für kooperierende Ärzte“ geprüft werden.

Patienten oder Patienten, die eine Teilnahme für sich grundsätzlich ablehnen, stehen die Angebote der Regelversorgung offen. Patienten, bei denen Sie sich nicht sicher sind, oder sie mehr Informationen wünschen, steht der Info-Termin im Zentrum zur weiteren Klärung zur Verfügung. Der Info-Termin ist unverbindlich und verpflichtet natürlich nicht zu einer Studien-Teilnahme!

Mit Hilfe des „Aufnahmebogen für kooperierende Ärzte“ werden die Ein- und Ausschlusskriterien durch Sie als kooperierende/n Ärztin/Arzt geprüft. Vorab erhält der Patient den „Fragebogen mit länger anhaltenden Schmerzen“ zum Ausfüllen; darin werden Risikofaktoren für chronifizierende Schmerzen abgefragt.

…dann nimmt das PAIN2020-Zentrum Kontakt zu dem Patienten auf. Sollten dessen Kontaktdaten nicht vorliegen, werden Sie als zuweisende/r Ärztin/Arzt kontaktiert.

In jedem Fall erhalten Sie eine zeitnahe Rückmeldung zum Ergebnis des Info-Termins und ebenfalls nach jedem weiteren Schritt im Projekt, sofern der Patient der Datenweitergabe einwilligt.

Eine Überweisung muss nur dann ausgestellt werden, wenn der Patient nach dem Info-Termin in die schmerztherapeutische Regelversorgung (SRV) randomisiert wird. Es braucht keine Überweisung für den Info-Termin oder das interdisziplinäre multimodale Assessment (IMA) ausgestellt zu werden.

Die Patienten bleiben Ihre Patienten. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wenn die Patienten teilnehmen und auch wenn sie nicht teilnehmen. Wir schicken Ihnen einen Befundbericht nach IMA / SRV und unsere Empfehlungen für die weitere Therapie. Im Fall, dass die Patienten an einem Therapiemodul teilnehmen, erhalten Sie auch danach einen Bericht, sofern der Patient der Datenweitergabe einwilligt. Wir befragen die Patienten nach 3 und 6 Monaten, damit haben Sie keine Mühe.

Wir gehen davon aus, dass das interdisziplinäre multimodale Assessment (IMA) und die schmerztherapeutische Regelversorgung (SRV) des Projekts neben diagnostischen auch therapeutische Effekte haben können. So können Patienten zum Beispiel zur Aktivierung und Eigenaktivität motiviert werden und erste Hinweise zur Verhaltensänderung erhalten. Bitte setzen Sie die Empfehlungen aus den Befundberichten des IMA / der SRV um. Übergeordnetes Ziel ist dabei die Verhinderung von Chronifizierung mit Stärkung von Selbstwirksamkeit und Eigenaktivitäten der Patienten. Dies kann auch spezifische Empfehlungen für eine zeitlich begrenzte Physiotherapie und unterstützende medikamentöse Maßnahmen beinhalten.

   
   
   
   
   

Ihre Vorteile sind:

  • Frühzeitiges diagnostisches / therapeutisches Angebot für BARMER– und KKH-Patienten, wodurch Patienten mit Schmerzen mit Risiko einer Chronifizierung früher als bisher systematisch versorgt werden
  • Rückmeldung mit Befundbericht und Empfehlungen zu Ihren Patienten
  • Enger Kontakt zu einem PAIN2020-Zentrum für interdisziplinäre multimodale Schmerzmedizin
  • Entwicklung und Pflege eines regionalen Netzwerkes mit interdisziplinärem Austausch
  • Screening-Pauschale: Vergütung von Patientenscreening und -information für jeden durch Ihre Praxis gescreenten Patienten, der an PAIN2020 teilnimmt (35,00 €)
  • Bei erfolgreichem Projektverlauf kann die Maßnahme (IMA) in die Regelversorgung aufgenommen werden und zukünftig zu einer Verbesserung der Versorgung von Schmerzpatienten beitragen

Die neuen Versorgungsleistungen in PAIN2020 s. Abb. Orange unterlegt beinhalten:

  • die Identifikation und Erfassung von Risikofaktoren bei Patienten mit anhaltenden Schmerzen
  • die ergebnisoffene Diagnostik im randomisiert zugewiesenen Assessment in der schmerztherapeutischen Regelversorgung (SRV) oder -neu- als interdisziplinäres multimodales Assessment (IMA)
  • die Steuerung in bekannte Therapieoptionen der Regelversorgung oder -neu in eine neue Therapieoption edukative IMST
  • oder begleitende IMST

Aktuell bestehen für Sie als kooperierende/n Ärztin/Arzt zwei Zuweisungswege:

  1. Der Weg mit Screening

Ihnen werden alle notwendigen Materialien für die Überprüfung der Ein- und Ausschlusskriterien, der Information der Patienten sowie für die Zuweisung an das PAIN2020-Zentrum zur Verfügung gestellt.

In diesem Fall senden Sie folgende ausgefüllte Dokumente per Fax oder Post an Ihr regionales PAIN2020-Zentrum:

  • „Fragebogen für Patienten mit länger anhaltenden Schmerzen“
  • „Aufnahmebogen für kooperierende Ärzte“
  • BARMER Anlage 8“ (dann erhalten sie bei Aufnahme des Patienten in die Studie 35,00 € als Screening–Pauschale)

Gerne können Sie hierfür die Vorlage „Zuweisung zum Info-Termin“ nutzen.

Weitere Informationen zu den Materialien finden Sie in der „Information für kooperierende Ärzte“ und in den Webinaren.

  1. Der Weg ohne Screening

 

Sie senden Patienten mit folgenden Kriterien an das PAIN2020-Zentrum:

  • über 18. Lebensjahr
  • Mitgliedschaft in der BARMER oder der KKH
  • anhaltende Schmerzen seit mindestens 6 Wochen oder in kürzeren Phasen innerhalb der letzten beiden Jahre mehrfach auftretend
  • aus ihrer Einschätzung mit Risiken für eine Chronifzierung

Das eigentliche Screening wird dann in dem PAIN2020-Zentrum durchgeführt. Eine Screening-Pauschale können Sie in diesem Fall nicht erhalten. Sie profitieren jedoch von einer zeitnahen Versorgung der Patienten.

Nach erfolgreicher Zuweisung durch Sie als kooperierende/n Ärztin/Arzt erhalten die Patienten im teilnehmenden regionalen PAIN2020-Zentrum einen Info-Termin. Beim Info-Termin werden die Ein- und Ausschlusskriterien kurz überprüft und die Patienten über die Studie aufgeklärt. Nach erfolgreicher Einwilligung in die Studie werden die Patienten randomisiert dem interdisziplinären multimodalen Assessment (IMA) oder der schmerztherapeutischen Regelversorgung (SRV) zugewiesen.  

Mithilfe des Bestellformulars, das Sie [hier] downloaden können oder Ihnen ihr PAIN2020-Zentrum zur Verfügung stellt, können Sie alle notwendigen Materialien bestellen. Bitte verwenden Sie den „Fragebogen für Patienten mit länger anhaltenden Schmerzen“ nur im Original, um eine mögliche Verzerrung aufgrund unterschiedlicher Druckqualitäten zu vermeiden. Tragen Sie die Anzahl des benötigten Materials ein, versehen das Formular mit Ihrem Stempel und senden es per Fax an 030 – 39 40 96 89 9.