Patientenfallbeispiele

Annegret Grube (fiktiver Name), 34 Jahre alt, arbeitet als Projektmanagerin in einem Stuttgarter Start-up-Unternehmen. Sie verrichtet ihre Arbeit größtenteils im Sitzen. Seit ca. 6 Monaten leidet sie unter Schulter-Nackenbeschwerden mit gelegentlicher Schmerzausstrahlung in den Arm. Frau Grube berichtet zudem über beruflich-bedingten Stress und hat bisher 2 Verordnungen für Physiotherapiemaßnahmen mit nur mäßigem Erfolg verschrieben bekommen.

Aktuell: Frau Grube ist in der Praxis wegen eines Bagatelltraumas vorstellig und fragt erneut nach einer physiotherapeutischen Verordnung für Ihren Schulter-Nackenbereich und nach schmerzlindernden Medikamenten.

Filip Nowak (fiktiver Name), 58 Jahre alt, ist leidenschaftlicher Automechaniker aus Köln. Er klagt 2 bis 3 Mal jährlich über Rückenschmerzen. Bisher hat sich Herr Nowak nur selten krankschreiben lassen und sucht nur selten ärztlichen Rat auf (Praxisbesuche ca. 1 bis 2 Mal im Jahr).

Aktuell: Herr Nowak sucht seinen Hausarzt auf und bittet um eine physiotherapeutische Verordnung und Medikamente.

Daya Tanaka*, 28 Jahre alt und Mutter von 2 kleinen Mädchen, arbeitet als Köchin in einem Schweriner Restaurant. Sie kämpft seit mehreren Jahren mit Migränekopfschmerzen, die sie bisher in Eigenregie mit freiverkäuflichen Analgetika behandelt.

Aktuell: Frau Tanaka hat einen Termin bei Ihrem Hausarzt und bittet um Beratung und Behandlung ihrer Kopfschmerzen.

Patientin, ca. 50 Jahre. Seit ca. 10 Monaten Schmerzen in mehreren Körperregionen, klagt zusätzlich über Schlafstörungen und berichtet über familiär bedingten Stress.

bei V.a. FMS erfolgte eine rheumatologische Vorstellung, bei der die Verdachtsdiagnose jedoch nicht gesichert werden konnte. Aufgrund des beschriebenen Beschwerdebildes erfolgte durch den Rheumatologen die Überweisung an das Schmerzzentrum zur Abklärung der Diagnose. Nach (ausgiebiger ?, gründlicher ?) Prüfung der Ein-, Ausschlusskriterien erfolgte der Einschluss der Patientin in PAIN2020, um eine frühzeitige schmerzspezifische Diagnostik zur Abklärung der Symptomatik zu ermöglichen/einzuleiten.

Patientin, 66 Jahre, leidet seit einem Zeckenstich mit nachgewiesener Borreliose an Knieschmerzen. Diese Beschwerden besserten sich nach einer 4-wöchigen REHA-Behandlung. 5 Jahre war die Patientin nahezu schmerzfrei/gemindert.

Seit 1,5 Jahren jedoch treten die Knieschmerzen wieder stärker in den Vordergrund. Mit Bitte um Unterstützung bei Veränderungen von Lebensgewohnheiten wendet sich die Patientin an das PAIN2020 Zentrum. Aufgrund der neuen Schmerzsymptomatik, fehlenden Hinweisen für eine Symptommanifestation und dem deutlichen Interesse der Patientin an funktionalen Eigenmaßnahmen erfolgte die Aufnahme in PAIN2020.

Patientin, 44 Jahre, Angestellte im Verwaltungsbereich, berichtet von vor 8-9 Monaten plötzlich aufgetretenen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, vor allem bei Bewegung. Ein MRT nach 4 Monaten hat einen BSV jedoch ohne neuronale Beeinträchtigung ergeben. Die Patientin wurde konservativ mit Physiotherapie und Schmerzmitteln behandelt. Steigerung der Schmerzmitteleinnahme mit zunehmenden Schmerz- und Stresslevel. Nach 9 Monaten stellt sich die Patientin im Info-Termin vor. Randomisierung ins IMA.

 

Ergebnis aus dem IMA:

Der körperliche Untersuchungsbefund und der physiotherapeutische Befund waren bis auf eine insuffiziente autochthone Rückenmuskulatur unauffällig. Psychosoziale Belastungsfaktoren in Form von familiären Konflikten und insgesamt hoher Alltagsbelastung. Ausgeprägtes Schmerzvermeidungsverhalten (bestimmte Bewegungen) bei gleichzeitig bestehenden Durchhaltestrategien (trotz Schmerz zur Arbeit) führen zu einem hohen Stresslevel.